Blutegelbehandlung

Der therapeutische Einsatz von Blutegeln (Hirudo medicinalis officinalis) gehört zu den ältesten dokumentierten naturheilkundlichen Ausleitungsverfahren. Das Wirkspektrum des Blutegels ist breit. Der geringe Blutverlust kommt einem sanften Aderlass gleich und führt zu einer lokalen Entstauung des Gewebes, leitet Toxine und Stoffwechselprodukte aus. Es finden sich im Speichel des Blutegels über 20 verschiedene Substanzen unterschiedlichster Wirkung, darunter die Blutgerinnungshemmer Hirudin und Calin sowie das schmerzstillende und entzündungshemmende Eglin.

 

Zusammenfassend wirkt die Blutegel-Therapie:

  • gerinnungshemmend und ausleitend
  • antientzündlich
  • lymphstrombeschleunigend und entschlackend
  • blutverdünnend und antithrombotisch
  • indirekt immunstärkend
  • gefäßkrampflösend und schmerzstillend

 

Die Blutegel-Therapie ist zu empfehlen bei:

  • Augenerkrankungen: Alters-Katarakt (Grauer Star), chronisches Glaukom (Grüner Star)
  • Entzündliche Erkrankungen: chronische Otitis Media (Mittelohrentzündung), chronische Sinusitis (Nasenebenhöhlenentzündung)
  • Gelenkerkrankungen: akuter Gichtanfall, rheumatische Erkrankungen, Distorsion (Zerrung)
  • Lokale Infektionen: Furunkel (Entzündung eines Haarbalgs), Karbunkel (Entzündung mehrerer Furunkel)
  • Venöse Erkrankungen: akute Thrombophlebitis (oberflächliche Venenentzündung), Hämorrhoiden, postthrombotisches Syndrom (chronische Haut- und Venenveränderung bei Krampfaderleiden), Ulcus cruris („offenes Bein“), Varikose (Krampfaderleiden)

 

Bei einer Daumen-grundgelenks-Arthrose nutzt diese Patientin
(61 J.) seit Jahren regelmäßig eine Blutegelbehandlung und bleibt nach eigenen Aussagen jeweils 1,5 - 2 Jahre schmerzfrei.

 

Die Blutegel-Therapie ist nicht geeignet für Patienten, die blutverdünnende Medikamente (Marcumar, ASS) nehmen, bei arteriellen Verschlusskrankheiten („Schaufensterkrankheit“, „Raucherbein“), Blutungsneigung (Bluterkrankheit), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hauterkrankungen im Bereich des zu behandelnden Gebietes, bei Lebererkrankungen mit herabgesetzter Blutgerinnung (Leberzirrhose), starker Anämie (Blutarmut) und vor Operationen.

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