Kryptopyrrolurie KPU

… ist eine Stoffwechselstörung, auch Hämopyrrollaktamurie oder abgekürzt HPU genannt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei 5-10% aller Menschen diese Störung nachgewiesen werden kann. Mädchen und Frauen sind davon 8-mal häufiger betroffen als  Jungen und Männer.


Kryptopyrrol entsteht durch eine fehlerhafte Hämoglobinsynthese. Pyrrole sind Bausteine des Hämoglobins (Farbstoff der roten Blutkörperchen), die freigesetzt werden, wenn Erythrozyten (rote Blutkörperchen) abgebaut werden.


Hierbei bildet sich zusammen mit Vitamin B6 und Zink ein wasserlöslicher, nierengängiger  Komplex, was zu einem starken Zink- und Vitamin B6 Defizit führen kann. Unter „normalen“ Bedingungen werden die Pyrrole über die Leber (Galle/Stuhl) ausgeschieden. Bei einer Störung dieses Vorgangs (Koppelung des Pyrrols an Gallensäuren) oder bei einem Überschuss an Pyrrolen kommt es zu einer Komplexbildung der überschüssigen Pyrrole mit Vitamin B6 und Zink. Der neue Komplex heißt Kryptopyrrol, ist nun wasserlöslich und kann somit über den Urin ausgeschieden werden.


Klinische Symptome können bei erhöhten Kryptopyrrolwerten sein:  

 

  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom
  • nervöse Erschöpfung
  • vegetative Dystonie
  • Angstzustände, Depressionen
  • schizophrene Psychosen
  • Müdigkeit
  • Rücken- und Gelenkschmerzen
  • Appetitlosigkeit


Die Faktoren, die zum Auslösen der typischen Symptome führen können, sind meist schwer zu erkennen, da sie im normalen Alltag auftreten: Infekte, Stress und Einnahme von Medikamenten.


Die Diagnostik der Kryptopyrrolurie ist einfach und preiswert. Für die erste diagnostische Stufe reicht ein Urintest, um diese Krankheit zu erkennen oder auszuschließen. Vielen kann dadurch die langjährige Einnahme von Psychopharmaka und psychologische Therapien erspart werden. Der Verlust dieser Nährstoffe ist so hoch, dass er nicht durch eine angepasste Ernährung ausgeglichen werden kann.


Zink- und Vitamin B6-Präparate sollten zwei Wochen vor dem Test abgesetzt werden.