Stuhldiagnose

Die Qualität unserer Darmflora ist entscheidend für ein intaktes Immunsystem. Schon Hippokrates wusste: „Der Tot sitzt im Darm“.

Durch häufige Antibiotika-Therapien werden nicht nur die pathogenen (krankmachenden) Keime vernichtet, sondern auch lebenswichtige Mikroorganismen abgetötet. Die Stuhlflora-Analyse ergibt wichtige Informationen über quantitatives Missverhältnis dieser Mikroorganismen und somit den Zustand der Barrierefunktion des Darmes.

Pilzbesiedelung, vermehrte pathogene Keime und ein Mangel an einer gesunden Flora kann ein Grund für eine entzündete Darmschleimhaut darstellen. Nahrungsmittel werden unvollständig verdaut und Reste gelangen durch die poröse Darmwand ins Körpergewebe. Die Gefahr allergischer Reaktionen bis hin zu Kreuz-Allergien ist gegeben.

Eine Symbioselenkung (siehe Mikrobiologische Therapie“) zeigt eindeutig positive Wirkungen bei Fehlbesiedlung des Darmmillieus.

 

 

Mikrobieller Partnervermittler - Lactobacillus plantarum

Mit dem Einzug des Frühlings kommen auch die typischen Frühlingsgefühle wieder auf. Die Tage werden länger und die Sonne strahlt immer häufiger. Man fühlt sich frischer und ist aktiver. Frühlingsgefühle bedeuten für viele auch Schmetterlinge im Bauch. Dies macht sich auch bei Partnerbörsen bemerkbar. Sie können im Frühling die größte Zahl an Neuanmeldungen verzeichnen, denn immer mehr Menschen wollen die Suche nach dem idealen Lebenspartner nicht dem Zufall überlassen. Größtmögliche Kompatibilität ist das Ziel. In Partnerbörsen wird daher nach Gemeinsamkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen gefahndet. Doch möglicherweise bleibt ein entscheidender Faktor bislang unberücksichtigt: die Zusammensetzung der Darmmikrobiota.

 

Zumindest bei Taufliegen scheint diese die Partnerwahl ganz erheblich zu beeinflussen. Dabei ist v. a. ein Keim für das Knüpfen erster zarter Bande verantwortlich: Lactobacillus plantarum. Fliegen mit hohem bzw. niedrigem Laktobazillen-Anteil im Darm bevorzugen Partner mit der jeweils gleichen Konstellation. Wird die Darmmikrobiota künstlich verändert, beeinflusst dies auch die Partnerwahl. Das zeigten Forscher der Universtität in Tel Aviv. Der Hintergrund ist offensichtlich die mit der Darmmikrobiota assoziierte Produktion von Pheromonen.

 

Ob diese amourösen Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind, bleibt noch zu klären. Wer weiß: Vielleicht fordern Partnerbörsen demnächst eine Stuhlprobe zwecks Stuhlflora-Analyse von Ihren Kund/inn/en. Und bei fehlender Kompatibilität lässt sich Amors Pfeil möglicherweise durch die Einnahme eines Probiotikums etwas lenken ...

 

Quelle: www.enterosan.de
SHARON G; SEGAL D, RINGO JM; HEFETZ A; ZILBER-ROSENBERG I; ROSENBERG E (2010): Commensal bacteria play a role in mating preference of Drosophila melanogaster. PNAS 107 (46), 20051-20056